ADAC Junior Cup: Schrötter und Meyer einsame Spitze
©motograndprix.de 28.05.2006
Das gab es zuletzt am Ende des vorigen Jahrtausends: Im ADAC Junior
Cup stellten sich mit Sarah Heide (18/Limbach-Oberfrohna) und Katrin
Meyer (14/Markt Taschendorf) zwei Mädchen in die erste Startreihe.
Zumindest für Meyer wurde der Asphalt in der Motorsport Arena
Oschersleben auch zum erfolgreichen Pflaster bis ins Ziel. Sie kam als
Zweite an, eingerahmt von Sieger Marcel Schrötter (13/Pflugdorf) und
dem Drittplazierten Tim Böhringer (13/Erkenbrechtsweiler).
Polesetter
in Oschersleben war wie beim Saisonauftakt in Hockenheim Christian van
Gunten (15/Linden), doch auch diesmal währte die Freude nur kurz. Für
den Schweizer war das Rennen auf der 35 PS starken 125 ccm-Aprilia
wegen eines technischen Defekts vorzeitig zu Ende. Noch härter traf es
Sarah Heide, die in Führung liegend nach drei Runden stürzte. Ursache:
eine defekte Bremsleitung, deren Flüssigkeit sich über das Hinterrad
ergoss.
Der stürmische Kampf an der Spitze spielte sich danach
einsam zwischen Marcel Schrötter, der aus der dritten Startreihe nach
vorn geprescht war, und Katrin „Hexe“ Meyer ab. Beide tauschten
mehrmals die Positionen, doch Schrötter war nach der Gegengeraden immer
wieder vorn. „Aber ich konnte keinen Abstand herausfahren, der Wind war
einfach zu stark.“ Meyer, die vor einer Woche noch zwei
Supermoto-Rennen absolvierte, ging in der letzten Runde deshalb sogar
auf Nummer Sicher, arrangierte sich mit dem zweiten Platz und überließ
Schrötter den Sieg. Doch sie strahlte trotzdem: „Ich hatte mir
gewünscht, überhaupt aufs Podest zu kommen. Und nun bin ich auch noch
Zweite in der Gesamtwertung.“ Spitzenreiter ist Marcel Schrötter - mit
nur einem Punkt Vorsprung.
Starke Böen aus ständig
wechselnder Richtung machten dem ganzen Feld schwer zu schaffen.
Sebastian Kreuziger (14/Ammerndorf) wurden sie letztlich nur wenige
Meter vor dem Ziel zum Verhängnis. Der Sieger von Hockenheim wähnte
sich schon sicher als Dritter, doch völlig überraschend stützte er
übers Vorderrad in den Kies. Er konnte die Aprilia jedoch wieder
aufrichten und wenigstens einen Punkt retten. Von Kreuzigers
Ausritt profitierte Tim Böhringer (13/Erkenbrechtsweiler), der
den dritten Platz erbte und eine halbe Minute nach dem Sieger das Ziel
sah. Er war einfach nur glücklich. „Im letzten Jahr bin ich nur zweimal
ins Ziel gekommen und habe kaum Punkte geholt. Jetzt läuft es wie
geschmiert.“ Seinen Fehler von Hockenheim hat er ausgemerzt. Dort war
er mit Schrötter in Führung liegend kollidiert, was beide auf die Ränge
6 und 7 zurückgeworfen hatte. Nach dem neuesten Stand ist die Welt
jetzt wieder in Ordnung. Mit hauchdünnem Abstand zu Böhringer erreichte
Jan Bühn (15/Kronau) das Ziel, der es damit in die Top Ten schaffte.
