ADAC-Junior-Cup: Katrin auf den Spuren von Katja Poensgen
©motograndprix.de 09.06.2006
Katrin
Meyer kribbelt es in den Fingern. Mit ihrem zweiten Platz in der
Motorsport Arena Oschersleben vor zwei Wochen hat die 14-jährige
Motorrad-Pilotin aus dem Fränkischen gezeigt, dass auch sie zum Kreis
der Titelanwärter im ADAC-Junior-Cup 2006 gehört. Marcel Schrötter (13)
ist gewarnt, will sich seine Führung im Gesamtklassement aber nicht so
leicht aus der Hand nehmen lassen. Doch nicht nur die schnelle Katrin
sitzt dem Talent aus Bayern im Nacken, sondern auch Sebastian Kreuziger
(14): Der Ammerndorfer will am kommenden Wochenende auf dem
EuroSpeedway Lausitz auch ein Wörtchen um die Tabellenführung mitreden.
Vor elf Jahren wurde der ADAC-Junior-Cup durch Katja Poensgen zum ersten und bisher letzten Mal von einem Mädchen gewonnen. Katrin will es Katja nun nachmachen. „Es hat lange gedauert, aber jetzt habe ich endlich einmal auf dem Podest gestanden“, freut sich die 14-jährige und „droht“ allen: „Das soll kein Einzelfall bleiben.“ Die Gymnasiastin sprüht vor Kampfgeist und trainiert wie besessen. Täglich absolviert sie eisern eine Stunde auf dem Crosstrainer, um für ihre Einsätze auf der 35 PS starken 125 ccm-Aprilia fit zu sein. Über Pfingsten trainierte sie noch einmal ihre Driftkünste und startete bei zwei Supermoto-Rennen. Meyers großes Ziel? Eine Rennfahrerkarriere, und wie Katja Poensgen den Sprung in die Weltmeisterschaft schaffen.
Cup-Spitzenreiter
Marcel Schrötter, der die Tabelle mit nur einem Punkt Vorsprung auf
Meyer anführt, sah sich indessen den EuroSpeedway schon näher an. Der
Bayer machte Ferien bei seinem sächsischen Freund Sebastian Eckner, dem
letztjährigen Zweiten des ADAC Junior Cups, der mittlerweile in der
Internationalen Deutschen Meisterschaft um Punkte kämpft. Schrötter
nutzte die Gelegenheit, um auch ein paar Runden auf der 125er-Maschine
von Eckner zu drehen. Marcel zufrieden: „Basti war natürlich schneller, aber ich konnte noch einiges lernen.“
Mit großen Vorsätzen kommt Sebastian Kreuziger in die Lausitz. Der Sieger vom Saisonauftakt hat das Wochenende von Oschersleben abgehakt. In der Motorsport Arena war er in der letzten Runde, auf der dritten Position liegend, plötzlich gestürzt. Vermutlich hatte ihn eine Windböe erfasst. Das kostete ihn die Gesamtführung, die er sich nun zurückholen will. Ein Unternehmen, das auch die mit Sebastian punktegleichen Rivalen Tim Böhringer (13) und Tobias Dieterich (16) planen.
Nicht zuletzt gibt es noch eine weitere junge Dame, die Ansprüche auf vordere Plätze anmeldet: Sarah Heide. Die 18-jährige aus Limbach-Oberfrohna lag beim letzten Rennen vorne, als ein Sturz alle Träume beendete. Jetzt will die Sächsin ankommen. Am liebsten als Erste. Insgesamt kämpfen dieses Jahr 42 Youngster im Cup, der sich auch international wieder zum Bestseller entwickelt hat. 16 Piloten kommen aus dem Ausland: aus der Schweiz, den Niederlanden, Liechtenstein, Dänemark, Belgien, Österreich und Norwegen.